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JavaME wieder im Rennen

Jan 3rd, 2012 | By | Category: Aktuelles

Falls nochmal jemand behaupten sollte, die Top-3 MobileOS seien iOS, Android und Symbian, so liegt er ab heute falsch. Wie NetMarkedShare berichtet, haben die sogenannten “Featurephones” Googles Android OS vom Platz 2 der beliebtesten MobileOS gestoßen. Dies dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass die Geräte, die lediglich die “klassischen” Java-Apps ausführen können, von den Netzbetreibern […]

Falls nochmal jemand behaupten sollte, die Top-3 MobileOS seien iOS, Android und Symbian, so liegt er ab heute falsch.

Wie NetMarkedShare berichtet, haben die sogenannten “Featurephones” Googles Android OS vom Platz 2 der beliebtesten MobileOS gestoßen. Dies dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass die Geräte, die lediglich die “klassischen” Java-Apps ausführen können, von den Netzbetreibern immer noch massiv subventioniert werden, und teilweise den Einsteiger-Smartphones an Features nichts nachstehen. So ist auch auf diesen Geräten das mobile Internet mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme geworden.

Spitzenreiter der MobileOS ist weiterhin Apples iOS, auf Platz 3 kommt dann Android, und die letzten Plätze müssen sich Symbian, BlackBerry und Sonstige teilen.

Im Verlauf des letzten Jahres sah es übrigens so aus:




Erster legaler Siri-Port für sämtliche iOS Geräte erschienen

Dec 28th, 2011 | By | Category: iPhone/iOS

Offiziell läuft Apples Sprachsteuerungssoftware Siri nur auf dem iPhone 4S. Doch seit das Protokoll kurz nach dem Erscheinen des 4S reverse engineered wurde, gab es schon mehrere Ansätze, Siri auf Devices zu portieren, die zwar unter iOS5 liefen, aber kein iPhone 4S waren. Der Haken an der Sache war bis jetzt allerdings immer, dass diese […]

Offiziell läuft Apples Sprachsteuerungssoftware Siri nur auf dem iPhone 4S. Doch seit das Protokoll kurz nach dem Erscheinen des 4S reverse engineered wurde, gab es schon mehrere Ansätze, Siri auf Devices zu portieren, die zwar unter iOS5 liefen, aber kein iPhone 4S waren.

Der Haken an der Sache war bis jetzt allerdings immer, dass diese Ports illegal waren, weil Codefragmente von Apple in fremdem Code benutzt wurden. Neben der Illegalität dieser Ports kam noch hinzu, dass Siris Traffic über dubiose Proxys geroutet wurde, die dann die Authentifizierung an Apples Servern vornahmen. Diese Proxys haben den gesamten Traffic unverschlüsselt weitergeleitet, sodass die Betreiber dieser Server in den Besitz sämtlicher persönlicher Daten der User kommen konnten.

Seit kurzem gibt es mit “Spire” allerdings einen anderen Ansatz. Spire ist eine Cydia-App, die Siri “legal” nachinstalliert, in dem es die frei downloadbaren Siri-Binaries von Apple ohne große Modifikationen auf den Zielgeräten installiert. Es bietet lediglich einen Einstellungsbereich an, in dem Anwender ihren eigenen Proxy-Server eintragen können. Einen solchen Proxy-Server kann man sich ohne größere Probleme mit ein bisschen Fachkenntnis selbst installieren, man benötigt aber auch hier wieder Zugriff auf die Authentifizierungstoken eines iPhone 4S, damit der Proxy die Authentifizierung an den Masterservern von Siri durchführen kann.

Da der Quellcode des Proxy eine Plugin-Schnittstelle bietet, können Entwickler eigene Plugins entwickeln, und so Siri weitere Funktionen “beibringen”. So hat der Hauptentwickler des Siri-Proxys beispielsweise eine Funktion eingebaut, um per Siri sein Heizungsthermostat zu steuern.

Da die Installation eines Proxys noch recht aufwändig ist, hat der Entwickler von Spire drei mögliche Zukunftsszenarien entworfen:

  • Technisch versierte Personen setzen ihren eigenen Proxy-Server auf, und erbetteln sich die Zugriffstokens von ihren Freunden, die ein iPhone 4S haben.
  • Es entstehen kostenpflichtige öffentliche Proxy-Dienste, auf die die Nutzer von Spire zugreifen können.
  • Es gibt eine neue Version des Siri-Proxy, der nicht mehr an die Server von Apple weiterleitet, sondern stattdessen die “API” von Googles Siri-Äquivalent nutzt, sodass die Anfragen von Googles Servern verarbeitet werden.

Für Nutzer eines iPhone 4S, die auch die Plugin-Funktionen des Siri-Proxys nutzen wollen, wird ein Szenario empfohlen, in dem der DNS-Server des eigenen WLANs die DNS-Anfragen an den Siri-Masterserver auf einen eigenen Server umbiegt, auf dem die Proxy-Software läuft, der die Anfragen dann wiederum an Apple weiterreicht.
Da dies natürlich nur im eigenen WLAN funktioniert, kann von außen entweder eine VPN-Verbindung nach Hause etabliert werden, oder aber man ändert den Hostnamen der Apple-Server in einer PList-Datei auf den eigenen Hostnamen. Dies funktioniert natürlich nur auf jailbroken Devices.

Es bleibt abzuwarten, wie Apple auf diese Bemühungen, Siri zu liberalisieren, reagieren wird. Immerhin ist Siri das Hauptverkaufsargument für das iPhone 4S. Es darf aber nicht vergessen werden, dass Apple beim ersten iPhone auch nur auf Web-Apps gesetzt hat, weil mobiles Internet das Hauptverkaufsargument des iPhones war, sich aber letztendlich dem äußeren Druck der User gebeugt hat, und den App-Store eröffnet hat, um auch was vom Kuchen abzubekommen.
Wer weiß, vielleicht reagiert Apple auf die aktuelle Siri-Thematik ja ähnlich.




Untethered Jailbreak für iOS 5.0.1

Dec 27th, 2011 | By | Category: Aktuelles, iPhone/iOS

Wie das iPhone Dev Team am Morgen des 27.12. bekannt gab, unterstützt die aktuelle Version von redsn0w den untethered Jailbreak für iOS-Devices mit 5.0.1-Firmware. Lediglich das iPhone 4S wird aufgrund seines A5-Prozessors noch nicht untethered unterstützt. Dies soll aber in den kommenden Tagen behoben werden. Wie das iPhone Dev Team am Morgen des 27.12. bekannt […]

iOS

iOS

Wie das iPhone Dev Team am Morgen des 27.12. bekannt gab, unterstützt die aktuelle Version von redsn0w den untethered Jailbreak für iOS-Devices mit 5.0.1-Firmware. Lediglich das iPhone 4S wird aufgrund seines A5-Prozessors noch nicht untethered unterstützt. Dies soll aber in den kommenden Tagen behoben werden.




iTunes Match in Europa gestartet

Dec 16th, 2011 | By | Category: iPhone/iOS

In der Nacht zu Freitag ist Apples Musik-Cloudspeicherdienst “iTunes Match” in Europa gestartet. Für 24,99€ pro Jahr kann man nun bis zu 25.000 Songs in der Cloud speichern. Das besondere an iTunes Match gegenüber anderen Cloudspeicherdiensten ist die Tatsache, dass man die Lieder nicht einzeln hochladen muss, sondern dass Apple die Musiklibrary scannt, und dann […]

iCloud Logo

iCloud

In der Nacht zu Freitag ist Apples Musik-Cloudspeicherdienst “iTunes Match” in Europa gestartet. Für 24,99€ pro Jahr kann man nun bis zu 25.000 Songs in der Cloud speichern.

Das besondere an iTunes Match gegenüber anderen Cloudspeicherdiensten ist die Tatsache, dass man die Lieder nicht einzeln hochladen muss, sondern dass Apple die Musiklibrary scannt, und dann jedes dort vorhandene Lied, was bereits im iTunes Store erhältlich ist, als 256kbit-AAC-File zur Verfügung stellt. Lediglich Lieder, die nicht im iTunes Store angeboten werden, müssen auf herkömmlichem Wege hochgeladen werden.

Dadurch, dass die Lieder in gar nicht mal so schlechter Qualität angeboten werden, kann man nun mit wenigen Klicks den Hörgenuss seiner Library erheblich steigern. Weiterhin kann iTunes Match als “Weiße-Weste-Reinwasch”-Dienst gesehen werden, weil man nach Aktivierung ja dann seine gesamte Musik aus dem iTunes Store bezogen hat, und sogar dafür bezahlt hat.

Aus diesem Grund kann angenommen werden, dass die Einigung von jahrelange Verhandlungsgesprächen der GEMA mit der Bitkom (ein Interessenverband von Internetfirmen, dem auch Apple angehört) über Musikdienste im Internet, letzten Freitag, eine Voraussetzung für den Deutschlandstart dieses Dienstes geschaffen hat.

Ebenfalls startete gestern der Dienst “iTunes in the Cloud” in Europa. Wenn man ein iOS-Gerät besitzt, kann man nun unter “Einstellungen -> Store” den Sync von Musikdownloads aktivieren. Wie bereits aus dem Appstore bekannt, bekommt der iTunes Store nun einen neuen Menüpunkt “Nicht auf diesem Gerät”, hinter dem man sämtliche Lieder findet, die jemals im iTunes Store gekauft wurden, aber die noch nicht auf dieses iOS Gerät übertragen wurden. Auch hier ist der Download direkt aus der Cloud möglich.

iTunes Match erfreut sich offenbar jetzt schon großer Beliebtheit, die Apple-Server scheinen überlastet zu sein. So kann es aktuell vorkommen, dass ein Login über seine Apple-ID nicht funktioniert, und die Server entweder einen “Fatal Error” melden, oder aber die Fehlermeldung ausspucken, dass die Apple-ID nicht gefunden werden kann.




Lösung gegen den schnell leeren Akku in iOS5

Oct 16th, 2011 | By | Category: iPhone/iOS

Ich habe iOS5 seit Donnerstag Mittag auf meinem iPhone, und wunderte mich so langsam, wieso denn der Akku so schnell leer wurde. Viel schneller als unter iOS4. Mein erster Verdacht: Die Services, die fürs Geofencing zuständig sind, saugen so viel. Nachdem ich das Foursquare-Radar deaktiviert hatte, und sich immer noch nichts tat, bekam ich über […]

Voller AkkuIch habe iOS5 seit Donnerstag Mittag auf meinem iPhone, und wunderte mich so langsam, wieso denn der Akku so schnell leer wurde. Viel schneller als unter iOS4.
Mein erster Verdacht: Die Services, die fürs Geofencing zuständig sind, saugen so viel. Nachdem ich das Foursquare-Radar deaktiviert hatte, und sich immer noch nichts tat, bekam ich über Twitter von @yoyostile und @sebbo2002 einen Tipp.

Navigiert auf eurem iOS-Gerät zu “Einstellungen > Ortungsdienste > Systemdienste” und schaltet die Option für “Zeitzone einstellen” aus.

Scheint zu helfen. Mein iPhone ist jetzt seit 4 Stunden ohne Ladegerät, und immer noch auf 100%.




iOS 4.3.4 erschienen

Jul 15th, 2011 | By | Category: iPhone/iOS

Es scheint im aktuellen Hype um Mac OS 10.7 Lion völlig untergegangen zu sein, aber Apple hat anscheinend heute die iOS Version 4.3.4 veröffentlicht. Der Großteil des Updates ist dazu da, jüngst bekannt gewordene Sicherheitslücken bei der PDF-Anzeige zu beheben. Daher sollten diejenigen, die ihr Device über Jailbreak.me mittels des PDF-Exploits gejailbreaked haben, dieses Update […]

iOS

iOS

Es scheint im aktuellen Hype um Mac OS 10.7 Lion völlig untergegangen zu sein, aber Apple hat anscheinend heute die iOS Version 4.3.4 veröffentlicht. Der Großteil des Updates ist dazu da, jüngst bekannt gewordene Sicherheitslücken bei der PDF-Anzeige zu beheben. Daher sollten diejenigen, die ihr Device über Jailbreak.me mittels des PDF-Exploits gejailbreaked haben, dieses Update erst einmal unterlassen. Auch zu allen anderen Jailbreak-Methoden ist über die Kompatibilität zu 4.3.4 nichts bekannt, da die Developer der Jailbreak-Tools momentan ihren Fokus auf dem im Spätsommer erscheinenden iOS 5 liegen haben.

Das Update ist ~660 MB groß, aufgrund der erwartungsgemäß hohen Auslastung der Downloadserver dauert der Download momentan 5-7 Stunden.




Apple stellt iOS 5 vor

Jun 7th, 2011 | By | Category: iPhone/iOS

Auf der gestern stattgefundenen Keynote zur WWDC hat Apple neben Mac OS X 10.7 Lion auch das neue iOS5 sowie die iCloud präsentiert. Das Upgrade von iOS4 auf die 5er-Version beinhaltet einige interessante Änderungen. So wurde die Kamerafunktion weit aufgebohrt. Die Kamera-App benutzt jetzt Pinch-to-Zoom, mit einem Einfachklick auf das Sucherbild werden Blende und Belichtungswert […]

Auf der gestern stattgefundenen Keynote zur WWDC hat Apple neben Mac OS X 10.7 Lion auch das neue iOS5 sowie die iCloud präsentiert.

Das Upgrade von iOS4 auf die 5er-Version beinhaltet einige interessante Änderungen. So wurde die Kamerafunktion weit aufgebohrt. Die Kamera-App benutzt jetzt Pinch-to-Zoom, mit einem Einfachklick auf das Sucherbild werden Blende und Belichtungswert diesem Bildausschnitt angepasst. Der Doppelklick für den Fokus ist erhalten geblieben.
Auch ist es jetzt möglich, direkt aus dem Lock-Screen heraus Fotos zu machen. Sollte das Handy mit einer Code-Eingabe gegen unbefugtes Entsperren geschützt sein, so sind aus dem Lock-Screen heraus keine Fotos sichtbar, die im entsperrten Zustand gemacht wurden. Neu ist ebenfalls, dass man nun mit der Volume-Up-Taste den Auslöser betätigen kann.

Safari für iOS5 kann jetzt auch “echtes” Tabbed Browsing. Waren vorher die Tabs in Seiten angelegt, die man nur einzeln anzeigen konnte, so ist jetzt eine Tab-Leiste vorhanden. Da die Demo auf der Keynote auf einem iPad gezeigt wurde, bleibt es noch spannend, wie diese Funktion auf den Geräten mit kleinerem Bildschirm umgesetzt wird.

Ebenfalls hat Apple ein Aufgabenmanagementsystem, sowie eine neue Art der Push-Notification-Anzeige integriert. Der Benutzer kann jetzt auswählen, ob Push-Notifications weiter herkömmlich als Popup gezeigt werden, oder ob er lieber einen Anzeigestil haben möchte, der sich in der Vergangenheit auf Android- bzw. Blackberry-Geräten bewährt hat.

Auf dem iPad ist die Tastatur im Portrait-Mode teilbar und in der vertikalen Ausrichtung verstellbar.

Mit iMessage wurde eine App vorgestellt, die quasi das gleiche tut wie WhatsApp. SMS-Pendants übers Internet zu schicken, zwischen jedem beliebigen iOS-Gerät.

Mit iOS5 hat Apple angestrebt, die Kabelverbindungen zu einem Computer möglichst auf das absolute Minimum zu reduzieren. Das aktivieren eines Neugerätes benötigt z.B. keine Verbindung mehr, das eingeben der Accountdaten und der Sync mit der Cloud geschieht, wie in der Vergangenheit auch bei Android-Geräten, völlig kabellos.

Hierzu hat Apple einen neuen Dienst eingeführt, die iCloud. Die iCloud soll MobileMe komplett ersetzen. Jeder Nutzer bekommt 5GB kostenlos, die er für seine Mails, Kontakte, Kalender, etc. nutzen kann. Auch Dokumente, z.B. aus iWork fürs iPad können dort gespeichert werden, und dann an einem anderen Gerät weiterverarbeitet werden.

Nicht zu diesen 5GB gezählt werden Lieder, Apps und Bücher. Sobald eins dieser Objekte auf einem Gerät gekauft wurde, wird es auf jedem anderen mit diesem Account verknüpften Gerät als gekauft angezeigt, und man kann es auch dort erneut herunterladen. Im AppStore für die iOS Geräte ist diese Funktion bereits vorhanden, in der Update-Sektion ist seit gestern Abend eine Liste neu hinzugekommen, wo alle Apps zu sehen sind, die gekauft wurden, aber bis jetzt nur “in der Cloud” gespeichert sind. Man kann sie von dort herunterladen.

Auch um das Cloud-Speichern von Liedern, die nicht im iTunes Store gekauft wurden, hat sich Apple Gedanken gemacht. Für 25$ im Jahr kann man auf einen Dienst zugreifen, der die lokale iTunes-Library scannt, und im Store markiert, welche Lieder man besitzt. Wenn man nun mit einem iOS-Gerät unterwegs ist, und gerade Lust hat, ein bestimmtes Lied zu hören, welches man aber gerade nicht auf dem Gerät hat, dann kann man es aus der Cloud im 256kbps-AAC-Format herunterladen und hören.

Es bleibt zu erwähnen, dass auch einige bewährte iOS-Funktionen wie Push-Notifications oder ordnerbare Apps in 10.7 Lion vorzufinden sind.

iOS 5 wird ab Herbst downloadbar sein, zeitgleich wird die iCloud ihren Dienst aufnehmen. Bezahlte MobileMe-Accounts dürften schon jetzt eine Meldung bekommen haben, dass ihr Account bis Juni 2012 kostenlos verlängert wurde.




Speichern von Locations – Ein Kommentar

Apr 22nd, 2011 | By | Category: iPhone/iOS

Momentan drehen Deutschlands Medien mal wieder etwas am Rad. Grund: Eine “neu entdeckte” Datenbank tief in den Eingeweiden von iOS, in der die Geräte alle Sendemasten, in die es eingebucht ist, samt Uhrzeit, speichert. Hierzu möchte ich einiges richtig stellen, was von den Medien, die gerade kopflos voneinander abschreiben, frei nach dem Stille-Post-Effekt, etwas verdreht […]

Momentan drehen Deutschlands Medien mal wieder etwas am Rad. Grund: Eine “neu entdeckte” Datenbank tief in den Eingeweiden von iOS, in der die Geräte alle Sendemasten, in die es eingebucht ist, samt Uhrzeit, speichert. Hierzu möchte ich einiges richtig stellen, was von den Medien, die gerade kopflos voneinander abschreiben, frei nach dem Stille-Post-Effekt, etwas verdreht wird.

  • Diese Datenbank ist mitnichten neu. Das iPhone Blog hat dazu mal ein paar Fakten auf den Tisch gelegt.
  • Die Daten werden nicht an Apple weitergeleitet. Dies verbietet das California State Law. Eine Analyse des vom iPhone gesendeten Traffic bestätigt das. Apple liest da nichts aus.
  • Das Auslesen der Daten aus einem Backup auf eurem Rechner lässt sich verhindern, wenn die Backups verschlüsselt werden. Das ist keine große Sache, es muss nur ein Häkchen an der richtigen Stelle gesetzt werden.
  • Das Auslesen aus einem unverschlüsselten Backup ist nur dann möglich, wenn ein “böser Mensch” vollen Benutzerzugriff auf euren Rechner hat, sei es, weil er davor sitzt, oder übers Internet. In dem Fall habt ihr aber meistens ein etwas größeres Problem als dass jemand Zugriff auf euer iPhone Backup hat.
  • In Zeiten von Foursquare, Gowalla, Facebook Checkin oder Google Latitude scheint es seltsam, dass Leute, die ihren Status groß herumposaunen, sich auf einmal beschweren, dass ihr Gerät da was mitschneidet.
  • Euer iPhone speichert übrigens auch eine Liste sämtlicher Anrufe, die ihr getätigt habt, und auch alle SMS, die mit diesem Gerät geschrieben wurden. Im Falle eines Diebstahls könnte dies auch ausgelesen werden. Dies gilt übrigens für jedes Handy.
  • Liebe Androidnutzer, die ihr jetzt hämisch auf Leute zeigt, die auch mit iPhones umgehen können: Guckt euch doch mal den Ordner “/data/data/com.google.android.location/files” auf eurem Handy an. Merkt ihr was?
  • Unser Bundesdatenschutzbeauftragte, Peter Schaar hat heute folgendes gesagt (aus dem Gedächtnis wiedergegeben): “Das iPhone transferiert seine Daten auf einen Rechner, sofern es dort per Kabel angeschlossen wird. Ob dies mit deutschem Recht vereinbar ist, ist fraglich.” Mit anderen Worten: Peter Schaar glaubt, dass das Erstellen von Backups eures Mobilgerätes illegal ist. Oder so ähnlich.
  • Das letzte Mal, als ein Thema von den Medien so hochgekocht wurde, war, als Google Streetview an den Start gehen sollte. Dies passierte mit großer Verzögerung, und mittlerweile ärgern sich alle über die verpixelten Fassaden, die ihnen vorher von dem Panikhype so schmackhaft gemacht wurden. Wer weiß, vielleicht ärgern sie sich ja in einem Jahr darüber, dass deutsche iPhones kein Backup mehr machen können.
  • Auch hier wieder “German Angst”. Von ausländischen Medien hört man gar nichts darüber, wahrscheinlich stehen sie schon in den Startlöchern, um sich mal wieder das Maul über Deutschland zu zerreißen.
  • Wenn wirklich datenschutztechnisch bedenkliche Monster wie ACTA, INDECT, SWIFT und die Vorratsdatenspeicherung diskutiert werden, schweigen die meisten. Aber bei so einem Kindergarten machen auf einmal alle mit.

Liebe Mobilfunkfans, tut euch selber den Gefallen, und lasst euch nicht von der unbegründeten Panik mitreißen. Es lohnt sich nicht. Und das schreibe ich sicherlich nicht, weil ich ein iPhone habe, und ich in meinem Fanboyglauben erschüttert sein könnte, nein, ich schreibe es, weil die deutschen Medien am heutigen Tag mal wieder ein Musterbeispiel an Inkompetenz bewiesen haben. Allen voran Spiegel Online.
Leute, bleibt kritisch. Informiert euch selbst.

So long,

Simon (der sich seitdem fragt, wann die Bild-Schlagzeile “Todesfalle iPhone” gedruckt werden wird)