Mini-Netbook Everun Note von Raon Digital im Test
8. November 2009 um 0:22 | Von Malte Schöpski | Kategorie: Hardware-Reviews, Netbook/MID/UMPC, ReviewsIn diesem Review, das gleichzeitig der Anfang für unsere neue UMPC/MID und Netbook-Kategorie sein soll, möchten wir uns mit einem der vermutlich kleinsten Dualcore-Laptops weltweit beschäftigen. Die Rede ist von dem Raon Digital Everun Note. Raon Digital ist bekannt als Hersteller von Netbooks und UMPCs mit AMD Prozessoren, und auch das Everun Note besitzt einen AMD Turion CPU mit 2 Kernen mit je 1,8 GHz. Zur Schonung der Batterielaufzeit und um die Temperaturentwicklung zu dämpfen, ist die CPU allerdings im Auslieferungszustand von Raon auf 1,2 GHZ gebremst worden. Vergleicht man jedoch die 2×1,2 GHz des Turions mit den 1,6 GHZ der in den meisten Netbooks eingesetzten Atom CPUs von Intel, wird schnell klar, wodurch das Everun Note besticht. Auch sonst ist das vergleichsweise kleine Gerät bestens ausgestattet. Der CPU stehen 1 GB RAM, eine 60 GB große Festplatte und eine ATI X1200 Grafikkarte zur Seite.
Sieht man das Everun Note zum ersten Mal, wird man überrascht sein, wie klein er wirklich ist. Neben regulären Netbooks, die zum Teil schon 10 Zoll große Bildschirme besitzen, wirkt der Everun Note mit seinem 7 Zoll großen Bildschirm winzig. Trotzdem ist der Bildschirm so hochauflösend wie man es eigentlich von größeren gewöhnt. Er hat eine Auflösung von 1024×600 Pixel und ist außerdem noch berührungsempfindlich, was gerade mit dem für Touchscreens optimierten Windows 7 Spaß macht.
Andererseits ist die Größe des Gerätes gleichzeitig auch seine Schwachstelle: Wenn man die Displaybeleuchtung auf niedriger Stufe einstellt und auf Funkdienste wie UMTS, WLAN und BT verzichtet, kann man auf 2 Stunden Akkulaufzeit kommen. Ist man gerade nicht so sparsam, kann der Akku auch schon nach einer Stunde am Ende sein. Damit ist der eigentliche Zweck des Gerätes, nämlich der mobile Einsatz, stark eingeschränkt und man ist oft auf der Suche nach einer Steckdose oder schleppt 2-3 Akkus zusätzlich mit.
Hat man sich mit dieser Tatsache abgefunden, ist das Everun Note aber ein sehr interessantes Gerät. Windows 7 läuft auf dem Gerät sehr flüssig – auch mit Aero Glass-Effekten. Für Spieler kann ich eine Empfehlung aussprechen. Etwas ältere Spiele wie z.B. das von mir getestete GTA: San Andreas laufen sehr flüssig.
Nimmt man das Everun Note in die Hand, wirkt das Gehäuse eigentlich recht gut verarbeitet. Klappt man das Display dann auf, fängt es allerdings fürchterlich zu knarzen an. Das kann man von einem Gerät, das nicht gerade von einem Markenhersteller stammt, aber auch nicht anders erwarten. Dafür ist man umso mehr erstaunt, wie weit sich das Display dann nach hinten klappen lässt. Es sind über 180°, man kann es also flachklappen und wunderbar mit 2 Daumen darauf tippen, während man gerade unterwegs ist. Obwohl das schon recht beweglich ist, vermisse ich ein Drehgelenk, welches gerade in der Kombination mit dem Touchscreen sinnvoll wäre.
Das Gehäuse des Everun Notes sieht meiner Meinung nach sehr gut aus und kann designtechnisch durchaus mit anderen Geräten konkurrieren. An den Anschlüssen wurde allerdings gespart. Ein Anschluss für das Netzteil, 2 USB-Anschlüsse, ein Mini-USB Anschluss, Audio-Eingang/-Ausgang, ein VGA Anschluss, ein SD-Kartenleser und ein SIM-Kartensteckplatz für das selbst einzubauende UMTS-Modul sind vorhanden. Was hier auffällt ist einerseits der fehlende Netzwerkanschluss, der gerade zu Hause öfters benötigt wird. Hier schafft eine USB-Netzwerkkarte Abhilfe. Eine besondere Fähigkeit ist aber der Mini-USB Anschluss. Wenn das Gerät ausgeschaltet ist, kann man es über diesen Anschluss mit einem PC verbinden und so fungiert es als externe Festplatte. Äußerst praktisch für die Synchronisation daheim oder einen schnellen Datenaustausch unterwegs. Ein kleines Problem gibt es aber auch im Bereich des USBs: Die USB-Anschlüsse liefern oftmals nicht genug Strom. Normalerweise sollte ein USB-Port 500 mA liefern. An externe Festplatten sollte man nicht denken. Auch die Kombination Maus, Tastatur und Netzwerkkarte funktionierte bei mir nicht, als ich einen Hub ohne externe Stromzufuhr benutzte.
In Sachen Bedienung zeigt das Everun Note dann aber wieder seine Stärken. Obwohl die Tastatur sehr klein ist und die Tasten recht wenig Platz nach unten haben, tippt es sich erstaunlich gut. Die Tasten sind nicht merkbar kleiner als die anderer Netbooks und besitzen einen sehr guten Anschlag. Einzig an dem Layout hätte man arbeiten können. Man kann ja noch damit leben, das das Gerät ein amerikanisches Tastaturlayout besitzt, aber wieso man die Pfeiltasten alle in eine Reihe gepackt hat, ist mir rätselhaft. Eine normale Anordnung wäre möglich und sicherlich besser gewesen. Eine andere Skurrilität ist die Taste zwischen Leertaste und den Pfeiltasten. Sie hat keinen Aufdruck und besitzt auch keine Funktion. Es wäre wohl sinnvoller den Platz dafür zu nutzen, die Pfeiltasten ein wenig breiter zu gestalten. Blickt man unter die Tastatur, entdeckt man eine weitere Besonderheit. Es ist der optische Maus-Ersatz, den der Hersteller bereits in anderen Modellen benutzt hat. Man kann sich gut vorstellen wie er funktioniert, indem man eine optische Maus einmal umdreht und mit der Hand über den Sensor fährt. Ich finde diese Technik besser als die kleinen Touchpads anderer Netbooks, aber ein Trackpoint, wie man ihn in den Thinkpads von IBM findet, wäre m.E. nach besser geeignet. Drückt man den Maus-Ersatz einmal, wirkt das so, als würde man die linke Maustaste drücken. Möchte man eine Drag&Drop-Option durchführen, kann man allerdings auch die nebenliegenden Maustasten verwenden.
Über der Tastatur fallen noch 2 tasten auf, die mit den Zeichen PS und Auto beschriftet sind. Mit diesen Tasten steuert man die Taktung des Prozessors. Mit PS taktet man die CPU auf maximal 800 MHZ, mit Auto auf 1,2 GHZ. Die 1,2 GHZ sind allerdings nur zu erreichen, wenn ein Netzteil angeschlossen ist. Im Normalfall reichen 800 MHZ. Damit läuft Windows 7 und die meisten Programme flüssig. Im Drehgelenk befindet sich eine Webcam, die mit ihren 300.000 Pixeln (0,3 MP) im Vergleich zu Net- oder Notebooks (1,3 MP) nicht wirklich herausragend ist.
Schaut man sich dsa Everun Note von unten an, fällt einem wohl gleich die Erhebung auf. Daran bemerkt man, wie viel Kraft in dem kleinen Gehäuse doch stecken. Es ist der Kühler, dessen Kupfer-Hitzeleitbahnen man durch die Lüfterrillen noch deutlich sieht. Ferner befinden sich dort unten noch eine abschraubbare Abdeckung für einen Mini-PCIExpress-Slot, in den man z.B. eine UMTS-Datenkarte einbauen kann und der vergleichsweise kleine Akku. Eine besonders lästige Sache sind die öfters abfallenden Gummifüßchen. Raon hat 2 Ersatzfüßchen mitgeliefert, allerdings halten auch diese nicht lange. Wenn ein Füßchen fehlt, wippt der Everun Note bei jedem Tastendruck ein wenig nach unten, auf Dauer doch störender als man denkt.
Schaltet man das Gerät dann ein, wird man von lauten Lüftergeräuschen begrüßt. Eine Doppelkern-CPU will ordentlich gekühlt werden. Nach kurzer Zeit ist das System dann startbereit. Benutzt man Windows 7, sollte man nicht in Panik geraten, wenn sich das Gerät weder über den Mausersatz, noch über die Tastatur oder den Touchscreen steuern lässt. Ein nerviger Bug, aber vielleicht repariert Microsoft das ja noch mal. Nach einem oder 2 Neustarts sollte dann aber alles funktionieren. 7 läuft auf dem Gerät sehr gut, nur CoxWin stürzt gelegentlich ab. CoxWin ist ein Tool von Raon Digital, mit dem diverse System-Aufgaben erledigt werden können. So kann der Stromsparmodus aktiviert werden, die verschiedenen zur Verfügung stehenden Funktechnologien an- und ausgeschaltet und der Touchscreen kalibriert werden. Das Tool ist meistens recht stabil, aber gerade die Kalibrierung läuft oftmals nicht.Wenn Windows 7 oder ein anderes Betriebssystem nach Wahl dann läuft und CoxWin gestartet ist, stuft der Lüfter sich runter oder geht sogar ganz aus. Offenbar übernimmt CoxWin also auch die Lüftersteuerung. Der Touchscreen wird problemlos vom neuen Betriebssystem aus dem Hause Microsoft erkannt und man kann die vielfältigen Funktionen wie die Handschrifterkennung nutzen.
FAZIT
Das Everun ist ein sehr interessantes Gerät. Derzeit gibt es kaum ein anderes Netbook bzw. UMPC-Gerät mit dieser Leistung. Mit den kleinen Fehlern kann man ganz gut leben. Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass der Hersteller Raon Digital nicht mehr existiert und man bei Fehlfunktionen schnell auf sich alleine gestellt ist.
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Pro |
Kontra
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+ Gute Leistung
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- kleine Softwareprobleme
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+ Multitouch-Display
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- ungünstiges Tastaturlayout
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+ Handlichkeit
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- störendes Knarzen
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+ gute Tastatur
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- fehlendes Drehgelenk
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- sehr schlechte Akkulaufzeit |








hey,
finde ich endlos niedlich dieses kleine Notebook, aber ich bin kein fan von denen, weil ich noch nicht ganz von der Leistung überzeugt bin und auch denke, dass der Bildschirm zu klein ist, um echt alles zu erfassen und du ja mehr oder weniger am scrollen bist… vielleicht ist das eher weniger zum arbeiten geeignet, sondern mehr wenn du mal unterwegs ne mail schreiben musst, oder sowas..
man sollte auf jeden fall beide haben, glaub ich!
Naja, ich hab damit wenig Probleme. der Bildschirm ist ja 1024 Pixel breit, da muss man normalerweise nur hoch und runter scrollen. Die Leistung ist echt kein Problem, Dualcore halt, ich takte ihn zum Teil bis 2×1,5GHZ Hoch, das sollte doch genug sein oder? Problem ist halt wirklich Verarbeitungsqualität und Akkulaufzeit bei dem Teil…