Review – Bluetooth Stereo-Headset Philips SHB9000/10
8. Juni 2009 um 9:00 | Von Jonas Dambacher | Kategorie: Aktuelles, Android, Blackberry, Hardware-Reviews, Palm OS, Reviews, Sonstige Systeme, Symbian OS, Windows Mobile, webOS
Im Review von Audio Gateway erklärte ich bereits, wie man die Softwareseite konfiguriert. Nun möchte ich die andere Seite vorstellen: die Hardware. Die Philips GmbH stellte uns freundlicherweise ein Testgerät zur Verfügung. Ich möchte nun das Stereo-Headset SHB 9000/10 mit Bluetooth vorstellen. Das Gerät verwechselt man allerdings leicht mit dem kleinen Bruder SHB9000/00. Was genau der Unterschied ist, ist auch uns nicht klar. Jedenfalls kommt das hier vorgestellte 9000/10 mit Netzteil, das 9000 hingegen nur mit einem USB-Kabel. D.h. für letzteres benötigt man entweder einen Computer mit USB-Port oder man kauft sich ein USB-Ladegerät, das meist für unter 5 € zu haben ist.
Funktionen und Zubehör
Das Headset kommt in einer Mischung aus Blister- und Kartonverpackung. Die Ausstattung ist üppig, mehr wünscht man sich nicht. Neben dem 155 Gramm leichten Headset befindet sich ein Netzteil, welches mit einem Gewicht von ca. 90 g gut für’s Reisegepäck ist, eine Schutztasche, sowie ein 1,5 m langes Audiokabel, für die Verwendung mit einem nicht-Bluetooth-fähigen Headset.
Ferner wird eine Schnellstartanleitung in 6 Sprachen (DE, EN, FR, NL, IT und ES) und eine CD mit der kompletten Bedienungsanleitung mitgefliefert. Letztere wird zum Betrieb eigentlich nicht benötigt, da die wichtigesten Dinge in der “Kurzbedienungsanleitung” zu finden sind.
Das Headset unterstützt sowohl HSP (Handset Profile bzw. Headset Profile), HFP (Handsfree Profile) und das – für die Stereo-Wiedergabe wichtige – A2DP (Advanced Audio Distribution Profile). Um mit den Tasten des Headsets die Wiedergabe auf dem Abspielgerät zu steuern, ist auch das Profil AVRCP (Audio Video Remote Control Profile) vorhanden. Weitere Informationen zu Bluetooth-Profilen findet man hier. Man kann das Gerät mit dem mitgelieferten Netzteil mit Mini-USB-Anschluß oder jedem Standard-Mini-USB-Kabel aufladen.
Zudem ist ein 3,5 mm-Klinkeneingang vorhanden, um mittels des mitgelieferten Audiokabels auch Musik von Geräten ohne Bluetooth-Kompatibilität zu hören. Dies hat auch den Vorteil, dass die Akkulaufzeit gesteigert wird. Die Laufzeit mit Bluetooth beläuft sich bei A2DP-Nutzung auf ca. 17 Stunden (Herstellerangabe!). Nutzt man den Kopfhörer als Bluetooth-Headset zum Telefonieren, verlängert s ich die Laufzeit um eine Stunde (Gesprächszeit, Herstellerangabe!). Die Standby-Zeit gibt Philips mit 400 Stunden an. Philips liefert beide Geräte, also sowohl das SHB9000/10, als auch das SHB9000/00 , mit zwei Technologien aus. Laut Hersteller soll die FullSound genannten Technologie die Qualität der Musik deutlich verbessern. Angeblich soll ein “intelligenter Algorithmus” einen “leistungsstarken Chip” im Headset betreiben. Dies würde die Qualität verbessern, sowie die “Dynamik der Musik, Stereo-Effekte, Bässe und Höhen” wiederherstellen. Leider ist es uns nicht möglich eine Qualitätsverbesserung technisch nachzuweisen. Die andere Technologie nennt sich EverClear, die Störgeräusche “digital herausfiltern” soll. Außerdem soll es dadurch möglich sein, laute Umgebungen zu erkennen und die Lautstärke automatisch anzupassen.
Klang- und Sprachqualtität
Die Sprachqualität im HSP- und HFP Modus ist freundlich gesagt sehr bescheiden. Beim Test mit einem Palm Centro und über Skype und Teamspeak (beide unter Windows) musste der Gesprächspartner oft nachfragen. Wer das Headset zum reinen Telefonieren nutzen will, sollte lieber ein konventionelles Headset ohne A2DP, beispielsweise die von uns getesteten Sennheiser Headsets FLX70 und VMX100, nutzen. Da dieser Artikel vor allem die Stereo-Wiedergabe näher erläutern soll, werde ich an dieser Stelle nicht weiter auf die Sprachqualität eingehen. Und da kann der Kopfhörer richtig punkten. Der Sound ist kräftig, deutlich und liefert gute Höhen und Tiefen, egal ob via Bluetooth oder dem mitgeliefertem Audiokabel. Manchmal ist der Ton aber ein wenig dumpf und man wünscht sich einen weniger starken Bass und dafür etwas mehr Höhen. Der Test erfolgte mit einem Windows-Netbook, einem Palm TX und einem Palm Centro.
Komfort, Bedienung und Design
Im Komfort kann das Gerät nur teils punkten. Bei längerem Gebrauch drückt es leicht schmerzhaft auf das Ohr und erzeugt Wärmestau. Nach den ersten Gebräuchen lässt der Druck nach und der Bügel weitet sich ein wenig. Wie fast jeder Kopfhörer, kann auch der SHB9000/10 in der Bügelgröße verstellt werden, sodass auch Leute mit größeren Köpfen gut hören können. Hier tritt leider das erste Problem stärker auf. Es empfielt sich, die Bügel übernacht zu Spannen. Das Design passt da schon besser. Das Headset ist schwarz mit silber-grauen Stellen, die das Gerät sehr gut betonen. Auch das Mikrofon ist silber und kaum zu erkennen. Die Lautstärketasten sind ebenso silber. Die beiden Außenseiten der Lautsprecher sind schwarz mit einem weißen “PHILIPS”-Aufdruck. Auf der rechten Außenseite befindet sich eine LED, die je nach Status rot bzw. blau blinkt. Beim Aufladen leuchtet sie rot, bis der Ladevorgang abgschlossen ist.
Bei der Bedienung hat sich Philips echt richtig ins Zeug gelegt. Der Clou: Die Außenseiten der Lautsprecher sind Tasten! Auf der rechten Seite befinden sich unterhalb des Philips-Logs zwei Symbole. Das ist ein Wiedergabe-Pause-Symbol, das andere ein Telefonhörer-Symbol. Hält man diese Taste gedrückt, schaltet sich das Headset an. Im ersten Betrieb oder nach Zurücksetzen blinkt die LED, die sich unter diesen Symbolen befinde, abwechselnd blau-rot. Ist dies der Fall ist die Bluetooth-Funktion im Pairingmodus und man kann es der Geräteliste am mobilen Endgerät oder am PC hinzufügen. Danach blinkt die LED nur noch blau. Das Headset kann nun nicht mehr hinzugefügt werden. Will man diesen Vorgang wiederholen, schaltet man das Headset mit längerem Drücken auf den selbigen Knopf aus. Nun hält man diese Taste mehrere Sekunden gedrückt, bis man einen Piepston hört und die LED wieder blau-rot blinkt. Weitere Gerätebefehle stehen im Handbuch oder der Schnellstartanleitung. Nutzt man AudioGateway und hat den AVRCP-Modus (Tamspalm berichtete) aktiviert, so kann man diese Taste auch als Pausetaste nutzen. Die andere Seite ist eine kippfähige Taste. Hat man das Headset auf und drückt aus dieser Perspektive auf den vorderen Bereich, springt man einen Titel weiter. Beim nachhintenzeigenden Bereich wiederholt sich der aktuelle Titel (beide Bereiche sind durch eindeutige Symbole gekennzeichnet!). Drückt man diese Taste zweimal schnell hintereinander, springt man automatisch zum vorherigen Titel. Ist AVRCP am Abspielgerät deaktiviert, haben diese Tasten keine Funktion.
Fazit
Der Preis beginnt in Onlineshops bei ca. 85 €. Das ist der Preis von einem höherplatzierten Mono-Headset zum Telefonieren. Wer Telefonieren will, sollte das auch mit einem entsprechenden Gerät tun, denn hier ist das Headset mangels eines guten Mikrofons sehr schlecht zu gebrauchen. Wer mit dem Trend mitgehen will und Kabelsalat hasst, ist mit dem SHB9000/10 von Philips perfekt dran. Speziell mobile User mit PDAs, Smartphones oder Handy’s werden ihre Freude daran haben. Aber auch mit mobilen Rechnern oder Desktops macht das Gerät richtig Spaß. Es ist auf Musik ausgelegt und das merkt man auch. Satte Bässe, scharfe Höhen und ein super Stereo-Sound bringen die Musik genussvoll ins Ohr.
Punkte:
Durch die Menge an Zubehör und den unterstützten Profilen vergeb ich hier 4 von 5 Punkten. Die (fast) perfekte Soundqualität kann das extrem schlechte Mikofon nur bedingt ausgleichen: Hier gibt es leider nur 3 von 5 möglichen Punkten. Für das letzte Bewertungskriterium vergebe ich die volle Punktzahl von 5 Punkten. Zwar drücken die Lautsprecher ein wenig, aber das Bedienkonzept ist so gut gelöst, dass ich hier einfach 5 Punkte geben muss.
Somit bekommt das Gerät 12 von 15 möglichen Punkten.
Ich persönlich finde das Gerät super und kann es anderen nur empfehlen.









Bisher hatte ich immer große Skepsis vor Bluetooth-Headsets. Oft habe ich schon davon gehört, das die Übertragung schnell gestört wird und die Klangqualität nicht gut ist. Dank diesem Bericht habe ich neuen Mut bekommen und werde mir den beschriebenen Kopfhörer auf jeden Fall im Fachgeschäft einmal genauer unter die Lupe nehmen. Sollte mich der Klang überzeugen, freue ich mich jetzt schon darauf, kabellos durch mein Zimmer zu sausen, oder mein Handy zukünftig als schnurlosen MP3 Player zu benutzen!
Meine eigenen Erfahrungen mit den Hörern werde ich hier bald auf jeden Fall noch posten !